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Whiteboards in der Praxis

Interaktive Whiteboards für bessere Tafelbilder

Das Thomas-Eßer-Berufskolleg hat vor vier Jahren Smartboards - interaktive Whiteboards - eingeführt. Tafelbilder lassen sich nun zu Hause vorbereiten und Abstraktes leichter erklären.

Mit rund 2600 Schülern ist das Thomas-Eßer-Berufskolleg, kurz TEB, das größte Berufskolleg in Euskirchen im Rheinland. Anhand eines erstellten Medienentwicklungsplans wurden 2014 wurden dort mehrere Klassenzimmer mit Smartboards  ausgestattet. Sie vereinen verschiedene Medien: Tafel, Overhead-Projektor, Scanner, CD-, DVD-, Video- und Audiogeräte.

Die Schüler verbessern ihre  Präsentationskompetenz und manchmal sogar ihre Noten.

Medienkonzept als Grundvoraussetzung für die Smartboard-Ausstattung

Ein umfassender Medienentwicklungsplan ist Voraussetzung, um für die Einführung von interaktiven Präsentationsmedien wie Smartboards Fördermittel aus dem Digitalpakt Schule zu beantragen. Der Plan muss Schritt für Schritt die erforderliche technische Ausstattung – wie WLAN, Intranet, Hard- und Soft ware sowie Support – erläutern, aber auch pädagogische Grundlagen und deren methodisch-didaktische Umsetzung beinhalten. Guido Golz, Bereichsleiter IT am TEB, berichtet: „Wir haben uns damals überlegt: Wie machen wir das mit der Digitalisierung an der Schule genau? Wir müssen den Schulträger und die Politik mit ins Boot holen und dafür mit unserem Konzept überzeugen.“ Dieses sah vor, dass die Installation der interaktiven Whiteboards Zeit spart und neue Lehrformen ermöglicht, während zusätzlich der Unterricht mit Bring-your-own-device, also dem Einsatz von mobilen Endgeräten der Schüler, ergänzt wird. Golz bezog auch die Lehrkräfte mit ein, sie konnten ihre Wünsche und Bedenken bei der Einführung der Whiteboards äußern.

Medienentwicklungsplan

Anfang 2019 läuft der „DigitalPakt Schule“ an. Der Bund stellt fünf Milliarden Euro zur Verfügung, um die Infrastruktur und Ausstattung an Schulen in Deutschland u verbessern. Ein Medienentwicklungsplan ist die Voraussetzung für die Gewährung von Fördermitteln aus dem DigitalPakt. Er verbindet: » das pädagogische Medienkonzept der jeweiligen Schule, » das technische Konzept für Ausstattung und Wartung durch IT-Dienstleister, » und das organisatorische Konzept der Finanzierung und Beschlussfassung durch die Schulträger. Vorlagen und Anleitungen dazu gibt es auf den jeweiligen Webseiten der Landesmedienzentren. Informationen und Tipps zu pädagogischen Konzepten, Aus- und Weiterbildung von Lehrenden, Erstellung von Medienentwicklungsplänen, Technologie, Netzwerkinfrastruktur, BYOD – Bring your own device – und der Etablierung digitaler Bildungslösungen an Schulen liefert außerdem der neue kostenfreie „Wegweiser Digitale Bildung“.

Tafelbilder zu Hause erstellen

Die Erfahrungen von Lehrkräften, der Schülerschaft sowie von Unternehmen, deren Azubis die Schule besuchen, sind positiv. Christian Meißner unterrichtet Mathe und Politik an der Schule. Er berichtet: „Ich kann Tafelbilder leichter erstellen, kann sie von zu Hause aus vorbereiten und abspeichern, das geht bei einer klassischen Tafel nicht.“ Außerdem seien mehr Unterrichtsformen möglich: Früher brachte der Mathelehrer Modelle mit in den Unterricht, um mathematische Formeln zu erklären, das braucht er jetzt nicht mehr. „Mit der Tafel kann ich 3D-Animationen einsetzen, die ich drehen kann“, erläutert Meißner. Durch die verschiedenen Darstellungsebenen stelle sich bei den Schülern, die vorher kein Verständnis für das abstrakte Konzept aufbringen konnten, ein Aha-Effekt ein. Und sie nutzen die interaktiven Möglichkeiten der Tafel für ihre Präsentationen. Wenn sie beispielsweise im Fach Informationstechnik Präsentationen halten, geht es häufig um komplexe Darstellungen von Netzwerkstrukturen oder Algorithmen. „Es ist gar nicht mehr vorstellbar, dass man das an einer Tafel unterrichtet“, sagt David Höfner, Deutschlehrer und
Ausbildungskoordinator der Informationstechnischen Assistenten an der Schule.

Die Schüler verbessern ihre Präsentationskompetenz und manchmal sogar ihre Noten. Schülerin Melanie meint: „Ich bin bei Präsentationen im Deutsch- oder im BWL-Unterricht besser geworden. Das hat meine Note ziemlich gerettet.“ 

Von didacta DIGITAL • Sarah Henkelmann • 11.01.2019

Dr Sarah Henkelmann

ist Sprecherin des Netzwerks Digitale Bildung und berät Ministerien, Schulen und Hochschulen zum Einsatz interaktiver Medien und Technologien.

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