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Medienkompetenz durch eTwinning

eTwinning - Lernen mit ganz Europa

eTwinning ist eine europäische Lernplattform, auf der sich Projekte gemeinsam mit Schulen in 42 Ländern verwirklichen lassen. Medienkompetenz fördern – per Mausklick, Chat oder Videokonferenz.

Über 580 000 Lehrkräfte aus 190 000 Schulen und 75 000 Projekte in 42 europäischen und angrenzenden Ländern – diese Zahlen stehen aktuell für die europäische Lernplattform eTwinning. Die Internet-Lerngemeinschaft, 2005 im Rahmen des eLearning-Programms der Europäischen
Kommission gestartet, koordiniert in Deutschland der Pädagogische Austauschdienst, PAD, verantwortlich für internationale Zusammenarbeit und länderübergreifenden Austausch im Schulbereich.

Sprach- und Medienkompetenz fördern

Das kostenlose Portal ist in 29 Sprachen verfügbar und funktioniert wie ein soziales Netzwerk, in dem sich Lehrer anmelden können. Sie erhalten dann innerhalb von zwei Tagen Zugang zu der Plattform, auf der sie eigene Projekte mit ihren Schülern in einem passwortgeschützten Bereich starten können. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, ein eigenes Pädagogen-Profil einzustellen, nach Projektpartnern zu suchen, sich mit Kollegen aus ganz Europa auszutauschen, abgeschlossene und laufende internationale Lern-Projekte zu studieren, eigene zu entwickeln, oder – was am einfachsten ist – einem bereits bestehenden beizutreten.

Für den Unterricht ergeben sich daraus vielfältige Möglichkeiten. Jana Tokaryk unterrichtet an einem bilingual-französischen Berliner Gymnasium Englisch und Französisch und ist seit vier Jahren bei eTwinning aktiv. Ihre Projekte nützt sie, um die Sprachkompetenz ihrer Schüler zu trainieren und ihnen mehr Medienkompetenz beizubringen. „Um den Umgang mit dem Internet zu lernen, gibt es kein Unterrichtsfach. Wir bauen es einfach bei eTwinning ein. Die Schüler lernen dann, auf was sie achten müssen, wenn sie Bilder von sich oder anderen veröffentlichen und welche Bilder sie versenden dürfen. Wir sensibilisieren sie für Copyright und Nutzungsrechte im Internet“, sagt Tokaryk.

Romeo und Julia auf der Lernplattform

Eines ihrer eTwinning-Projekte in der Mittelstufe war, Shakespeares „Romeo und Julia“ kreativ umzuschreiben. Zusammen mit der Partnerklasse in Frankreich haben die Schüler zunächst das Stück gelesen und überlegt, wie die Geschichte heute aussehen könnte, was passieren würde, wenn einer der beiden eine Behinderung hätte oder wenn sich das Drama zwischen zwei Mädchen oder zwei Jungen abspielen würde. Über die gesammelten Ideen stimmten die Schüler dann in beiden Ländern online ab und legten den Favoriten für den Ausgang der Geschichte fest. Sie gestalteten anschließend die Story als Fotoroman, der einmal in Berlin und einmal in Paris spielt, und versahen sie mit englischen Dialogen.

Bei dem Romeo-Julia-Projekt arbeiteten sie fächerübergreifend, unter anderem mit der Kunstlehrerin, zusammen. „Sie hat mit den Schülern darüber gesprochen, wie man den Bildausschnitt wählt und wie man eine Geschichte in Bildsequenzen erzählt. In Frankreich war das darstellende Spiel mit dabei. Dort haben die Lehrer mit den Schülern darüber gesprochen, wie man sich am besten hinstellt, sodass es auf einem Foto möglichst ausdrucksstark wirkt.“, erzählt Tokaryk.

Kochvideos für eTwinning

In einem anderen eTwinning-Projekt arbeitete Jana Tokaryk mit Schulen aus Frankreich, der Ukraine und aus Rumänien zusammen. Die ursprüngliche Idee war, gemeinsam eine elektronische Zeitung auf Englisch zu erstellen, um über den Alltag, die Zukunftsträume und die Chancen der Schüler in den jeweiligen Länder zu berichten. Das Projekt geriet zum Selbstläufer. „Meine Schüler erklärten den anderen, wie man typisch deutsches Essen, ein Schnitzel oder eine Breze, zubereitet, erstellten eigene Kochvideos und schickten sie an die Schüler der anderen Länder“, erzählt die Berliner Lehrerin. Von diesen erhielten sie dann im Gegenzug Videos über die Zubereitung von deren landestypischen Gerichten.

Im Fahrplan zum europäischen Bildungsraum bis 2025, den die Europäische Kommission im November präsentierte, betonten die Politiker ihren Willen, Lehrkräfte in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen – unter anderem, indem Programme wie eTwinning weiter ausgebaut werden. Lehrerin Jana Tokaryk findet das gut: „Bei eTwinning-Projekten steigt die Motivation in der Klasse, sich zu beteiligen. Ich habe viel mehr Möglichkeiten, verschiedene Talente anzusprechen und zu fördern.“ Daher freut sie sich schon auf weitere Projekte – mit Schulen aus der Ukraine, Rumänien, Frankreich oder einem der anderen 37 eTwinning-Länder.

WEITERE INFOS AUF:
www.etwinning.net  |  www.kmk-pad.org/programme/etwinning/mitmachen.html

Von didacta DIGITAL • Benigna Daubenmerkl • 01.10.2018

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