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Apps zum Lernen

Digitale Bildung: Mit Lern-Apps leichter lernen

Lern-Apps können helfen, dass Smartphone und Tablet nicht vom Lernen abhalten, sondern den Lernprozess unterstützen. didacta stellt eine Apps vor, die digitales Lernen wirklich fördern.

Chaotisch und unstrukturiert oder entspannt und organisiert: Beim Lernen zeigen sich viele unterschiedliche Typen. Negative Erfahrungen oder Schwierigkeiten beim Lernen können zu Unzufriedenheit oder Prüfungsängsten führen. In der Schule organisieren meist die Lehrkräfte das Lernen. Doch was geschieht zu Hause? Mittlerweile gibt es eine Vielzahl digitaler Hilfen und Apps, um den Lernprozess selbstständig zu optimieren und Lernstress abzubauen.

Tipps für ein besseres Lernmanagement

  •  Alles nach Plan: Ein Arbeits- oder Lernplan ist eine ideale Möglichkeit, Lerninhalte zu strukturieren und den Überblick über Erfolge zu behalten. Nichts ist motivierender, als das erfolgreich Gelernte von der Liste streichen zu können.
  • Keine Ablenkungen: Ablenkung beginnt schon am Arbeitsplatz. Lernen fällt an ruhigen Orten leichter als an lauten und belebten Orten. Auf dem Tisch sollten nur die Lernsachen und -hilfen liegen. So können Ablenkungen durch Smartphones oder andere Objekte reduziert werden.
  • Einen Ausgleich finden: Lernen ist Arbeit– und braucht Pausen. Sport, Erholung oder eine Belohnung führen in den Lernphasen zu mehr Lebensqualität und sichern die Konzentrationsfähigkeit.
  • Sich selbst einschätzen: In vielen Fällen ist es nicht das erste Mal, dass etwas gelernt werden muss. Erwartungen an die eigene Person, häufig verbunden mit negativen Erfahrungen, können Stress und Leistungsdruck verursachen. Realistische Ziele helfen, diese Stressfaktoren abzubauen.
  • Gleichgesinnte suchen: Über das Gelernte, Zweifel, Sorgen oder Ängste zu sprechen, hilft, den eigenen Lernprozess zu reflektieren und fokussiert in eine neue Lernphase zu starten.

Mit Apps die Lernzeit strukturieren:  „Offtime“ und „Be Focused“

Häufig entstehen Schwierigkeiten beim Lernen durch Ablenkungen. Insbesondere Smartphones nehmen durch Benachrichtigungen und Chat-Nachrichten einen großen Teil der Aufmerksamkeit in Anspruch. Das Smartphone stumm zu schalten, hilft nur kurzfristig. Abhilfe können Apps schaffen, die die Lernzeit strukturieren. Apps wie „Offtime“ oder „Be Focused“ blockieren für einen bestimmten Zeitraum einzelne Funktionen des Smartphones. Nachrichten oder Anrufe werden zum Beispiel nicht mehr zugestellt. Die Dauer der Sperre bestimmen die Nutzenden individuell.

Die  genannten Apps  können  auch  bestimmte Funktionen auf einer sogenannten White-List von der Sperre ausschließen. Auf diese Weise werden beispielsweise eingehende Anrufe noch zugestellt.

App für Lernmotivation: „Forest“

Zum Lernen motivieren kann beispielsweise die App „Forest“ - iOS: 2,29 Euro, Android: gratis mit Werbeeinblendungen. Während des vorher festgelegten Lernzeitraumes wächst auf dem Display des Smartphones ein Baum. Nach Ablauf der Zeit kann dieser in einen individuellen Wald eingepflanzt werden. Je öfter der Countdown abläuft, desto dichter wird der virtuelle Wald.  Wird die App beendet oder der Countdown vorzeitig abgebrochen, geht der Fortschritt verloren.

Statt das Smartphone einfach stummzuschalten, wird hier die Strukturierung der Lernphasen mit Gamification-Elementen kombiniert. Die Belohnung und das Erfolgserlebnis motivieren womöglich dazu, öfter in festgesetzten Zeiträumen zu lernen. Die Ergebnisse können in sozialen Medien wie Twitter oder Facebook geteilt werden.

Die passende App finden

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Individuelle Lern-Ziele setzen mit der App „Goalify“

Ebenso wichtig wie die zeitliche Planung ist die Planung von Lernzielen. Stress, Schwierigkeiten oder Panik können reduziert werden, wenn stets bewusst ist, auf welche Ziele hingearbeitet wird. Die kostenfreie App „Goalify“ verbindet die klassische To-Do-Liste mit sozialen Elementen. Die Nutzenden bestimmen in der kostenfreien Version drei Ziele – beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Vokabeln, die an einem Tag gelernt werden soll. Innerhalb der Ziele können sich Personen mit gleichen Interessen oder Problemen miteinander vernetzen. So können sie beispielweise um Unterstützung bitten oder Fragen direkt im Chat stellen. Das Konzept hat einen entscheidenden Vorteil: Es wird nicht nur gelernt, sondern auch über das Gelernte gesprochen. Im Austausch werden Lerninhalte reflektiert, geprüft und mit anderen Inhalten in Verbindung gesetzt.

Ein weiterer Ansporn sind Challenges – also Wettbewerbe: Wer lernt die meisten Vokabeln an einem Nachmittag? Wer nutzt das Smartphone während des Lernens am wenigsten?

Mit diesen Apps Lerninhalte besser verstehen:  „TheSimpleClub“ und „GoStudent“

Einen Lerninhalt nicht zu verstehen, ist frustrierend. Häufig greifen die Nutzenden dann auf private Nachhilfe oder Nachhilfeinstitute zurück. Einzelne Fragen lassen sich jedoch auch bequem im Internet beantworten. Äußerst beliebt sind Nachhilfe-Videos auf der Videoplattform Youtube. Kanäle wie „TheSimpleClub“ fassen die Lerninhalte in knappen und optisch ansprechenden Kurzfilmen zusammen. Neben Videos zu fachspezifischen Inhalten werden auf dem Kanal auch Tipps zum Lernmanagement oder Nervosität vor Klassenarbeiten veröffentlicht.

Einen anderen Weg verfolgt die kostenlose App „GoStudent“. Aufgebaut  wie  eine  Messenger App können die Nutzer eine beliebige Frage zu einem Fach oder Inhalt stellen. Die Fragen werden anschließend von Experten beantwortet. Je nach Frage reichen die Antworten von Nachrichten über veranschaulichende Fotos bis hin zu Videokonferenzen.

Die digitale Unterstützung beim Lernen durch Apps hat viele Vorteile. Allerdings müssen diese genau analysiert werden: Kann mit einer App in einer konkreten Lernsituation etwas erreicht werden, was traditionelle oder analoge Methoden nicht erreichen? Erleichtert die Nutzung der App das Lernen, sodass ein größerer oder schnellerer Lernerfolg entsteht? Können diese oder ähnliche Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, steht dem Einsatz der App nichts im Wege – ganz gleich, ob der Lernprozess optimiert oder bestimmte Kompetenzen gefördert werden sollen.

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Von didacta DIGITAL • Julia Knopf, Michael Nagel • 13.05.2019

Dr. Julia Knopf

leitet den Lehrstuhl  Fachdidaktik Deutsch Primarstufe und das  Forschungsinstitut Bildung Digital an der  Universität des Saarlandes. Sie ist Gründungspartnerin der Beratungsunternehmen für digitale Medien KLEE – kreativ lernen und Erfolg erleben und der Didactic Innovations GmbH.
 

Michael Nagel

ist Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes und Junior Consultant bei der Didactic Innovations GmbH.

Auf einen Blick

  •  Apps können helfen, die Lernzeit zu  strukturieren und sich nicht ablenken zu lassen.
  •  Richtig eingesetzt motivieren sie die Lernenden zudem mit Gamification-Elementen.
  •  Lernerfolge können über soziale Medien geteilt werden.

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